TILAK

TILAK Neubau Laborgebäude

Landeskrankenhaus Innsbruck

Auftrag / Auslobung
Tiroler Landeskrankenanstaltenverband, Innsbruck

Fläche
26.000 m² BGF

Leistungsbild / Status
Bieterverfahren geladen / 2005

Projektarchitekten
Architekten DI Hannes Kirchmayr und DI Stefan Nöbauer in Bietergemeinschaft ARGE Generalplanung Dr. Shebel & Partner

IDEE
In Anlehnung an die bereits ausgeführten, bzw projektierten Neubauten wird das vorhandene Hofkonzept thematisiert und weitergeführt. Ein klarer Baukörper wird den kleinteiligen Pavillontypen entgegengesetzt und bildet eine Verbindung zwischen dem neuen KIZ und dem Medizinzentrum, die Höfe reagieren auf vorhandene städtische Freiräume.
Um die gewünschte Verdichtung zu ermöglichen wird entlang der beiden Atrien, die sich in das Gebäude schneiden, ein Maximum an belichtbarer Fassade geschaffen. Das gewährleistet eine möglichst offene, bzw flexible Raumnutzung. Prinzipiell sind alle Bauteile (Bauphase 1-4) GMP-Labor fähig konzipiert, sind aber auch für konventionelle Labortypen oder eine Büronutzung geeignet. Es wird für die Arbeitsräume Platz an der Aussenfassade geboten, im inneren, dunklen Bereich liegen gebündelt Zonen für Nebenräume, Technik, Archive und Sanitäreinrichtungen.

 

Erschließung / Funktionsabläufe
Das Laborgebäude erhält im Vollausbau (Phase 3, bzw 4) Eingänge an 3 Seiten.

Im Westen befindet sich die Anlieferung, bzw
- Taxivorfahrt und Kurzparker, im Osten gelangt man über die geplante
- Fußgängerzone und im Norden über einen großzügig gestalteten -
- Vorplatz in das Gebäude.

Intern bietet ein Verbindungs/erschließungsweg im Gebäude ab der 2. Bauphase den Anschluß an die Magistrale des KIZ, bzw die Schnittstelle zwischen 1. und 2. Bauphase.

Material und Konstruktion
Der Stützenraster des Stahlbetonskeletts ist in allen Bauabschnitten so gewählt, das die tragende Struktur im Bestand genutzt werden kann. Auf diese Weise ist eine möglichst flexible Nutzung bei minimalen Durchstoßpunkten des Bestandes während der Bauabschnitte 1 und 2 und im Untergeschoss möglich.

Energie, Haustechnik und Materialien
Primär wird von einem einheitlichen Konzept für alle Etappen ausgegangen, das alle Bereiche, wie Baukörper, Konstruktion und Fassadengestaltung einbezieht. Aufgrund dieses integralen Planungsvorgehens wird das Gebäude selbst nicht nur als multifunktionaler Baukörper, sondern auch als wesentliches Basisklimasystem genutzt.
Erreicht wird das durch eine Konstruktion in Stahlbetonskelettbauweise, wegen der flexiblen Nutzungsmöglichkeit, mit hoher thermisch wirksamer Speichermasse der Stahlbetondecken, aussenliegenden Jalousien und Fixbeschattungen mit Lichtlenkung, durch auskragende Lamellenroste.
Durch die strukturierte Verteilung der Vertikalschächte für die Haustechnik in allen Etappen, ist eine flexible, nutzungskonforme Ver- und Entsorgung der Bereiche gewährleistet.
Beheizt wird das Gebäude, sofern es sich nicht um klimatisierte Bereiche handelt, über Plattenheiz-körper mit Niedertemperatur, die an das vorhandene System angeschlossen werden.

Generell ist eine Bauteilkühlung vorgesehen. Dazu werden in die Rohbetondecke PE-Rohre eingegossen. Die Decken der Büros / Arbeitsräume verfügen an der Unterseite großteils (bis auf den Teilbereich zur Gangtrennwand) nicht über abgehängte Decken, um im Sommer mittels der PE-Rohre eine kalte Deckenoberfläche erzeugen zu können. Dazu werden die PE-Rohre mit ca. 18° kaltem Wasser durchflossen. Die Bereitstellung des 18° Kühlwasser erfolgt über ein Rückkühlwerk in der Nacht, ohne Einsatz von Kältemaschinen. Normalerweise genügt es, wenn die massive Betondecke die in der Nacht eingebrachte Kälte zwischenspeichert und langsam am Tage an den Raum abgibt. An extremen Sommertagen wird die Decke auch tagsüber aktiv mit kaltem Wasser gekühlt. Mit dieser, so zu sagen, „Grundlastkühlung" ist auch in den Bereichen, in denen eine Klimatisierung erforderlich ist der Kühlbedarf wesentlich geringer als ohne Grundkühlung.

Die anfallende Raumwärme wird abluftseitig über Wärmetauscher für die Aufwärmung des Brauchwassers genutzt.

Der Sonnenschutz besteht an der Ost-, West- und Südseite aus festen, horizontalen Lamellenrosten, die im fassadennahen Bereich als Lichtlenkungselemente ausgeführt sind, um auch in den tiefen Räumen eine natürliche Belichtung zu erzielen. Zusätzlich sind an diesen Fassaden auch Aussenjalousien angebracht, die im oberen Teil ebenfalls diese Lichtlenkung übernehmen, aber auch gegen die tiefstehende Sonne schützen, bzw. an der Nordfassade auch als Blendschutz fungieren.

Die Bereiche der geforderten GMP - Labors stellen mit ihren speziellen Reinheitsansprüchen eine klimatechnisch abgeschlossene Einheit mit darüber angeordneten Technikbereichen dar, die nur auf dem Gebiete der Elektrotechnik, mehrstufig schaltbare Arbeitsplatzbeleuchtung, teilautomatisierte Allgemeinbeleuchtung, Hausleittechnik mit Schnittstelle zum Elektrotechnik-Bus (Sonnenschutz, Beleuchtung) im Gesamtsystem integriert sind.

Die Fassade besteht im Bereich der GMP-Labors aus einer Fix-Isolierverglasung, vor die im Inneren, eine zusätzliche, dichte Laborwand, im Sinne einer Haus in Hauskonstruktion, gestellt wird.
In allen anderen Bereichen besteht sie aus einer Pfostenriegelkonstruktion mit Fixverglasung in Dreischeibenkonstruktion (k=0,7W/m²K), öffenbare Flügel in Zweischeibenverglasung (k=0,9W/m²K) und hoher Luftdichtigkeit.
Nach außen erhält die Oberfläche eine geschossweise alternierende Bänderung von gedämmten Brüstungselemente mit außenliegenden weißen Emailgläsern, Wartungsstegen mit Satinatoglas- Brüstungen und Klarglasbändern.
In den Bereichen der Pausenbalkone an der Westseite alterniert die Glasbrüstung mit den textilen Sonnenschutzscreens.
An den Bauabschnittsgrenzen entsteht so ein spannendes Streifenmuste