KEB

KEB NEUBAU BÜRO- UND PRODUKTIONSGEBÄUDE

Auftrag
KEBA FACILITY MGMT & Co KG

Fläche
12.000 m² BGF

Leistungsbild / Status

Gesamtplanung Architektur / Fertiggestellt 2005
trafo kirchmayr & nöbauer GesbR
für Architekt DI Helmut Christen

Gartengestaltung
Prof.Arch.DI Maria Auböck

Projektmanagement
APO ZT GmbH A. Heinrich

Fotos
Dietmar Tolerian

NEUBAU EINES BÜRO- UND PRODUKTIONSGEBÄUDES FÜR DIE
FIRMA KEBA- LINZ AG & Co KG
"Neue Industrien verlangen nach einer neuen Spezies von Gebäuden." (N. Foster)

Diesen Anspruch löst der Bau auf ebenso eigenwillige sowie fortschrittliche Art und Weise. Maßgeschneidert auf eine neue Mischung von Anwendungen reagiert er flexibel und ökologisch. Planungsziel war die Optimierung der Raumnutzung um die Produktivität durch Interaktion und Kreativität zu fördern.

Die Produktionsflächen im Erdgeschoss und im 1.Obergeschoss sind von allen zusätzlichen Einrichtungen wie Kernzonen, Sanitärräumen, Betriebsbüros etc. freigehalten, sodass ein Maximum an innerer Flexibilität ermöglicht wird. Stahlbetonstützen 40/40 cm stark in einem Abstandraster von ca. 12m mal 12m unterstützen diese Möglichkeiten und stellen gemeinsam mit den unterzuglosen Flachdecken eine für die gestellte Aufgabe technisch und ökonomisch optimale Konstruktion dar. Die Außenhaut ist eine hoch wärmegedämmte vorgefertigte Holztafelelementkonstruktion mit hinterlüfteter Alucobond Fassade. Die Befensterung gliedert sich in zwei Zonen. In Aughöhe sind Fenster für die Sichtkontakte nach außen vorgesehen. Aufgrund der großen Raumhöhe sorgt eine zweite, obere Fensterebene mit Lichtlenkung für eine bessere Tiefenbeleuchtung. Jedem Fenster ist außen ein individuell regulierbarer Sonnen- und Blendschutz vorgesetzt. Eine in der äußeren hinterlüfteten Fassadenschicht sitzende zusätzliche Glasscheibe schützt die Lamellen vor Windanfall und Verschmutzung.

Die Verbindung zwischen dem Neubau und dem Bestandsgebäude ist eine transparente Stahl- Glas- Konstruktion. Sie ist der neue Eingang für beide Gebäude und das Besucherzentrum. Neben den Empfangsfunktionen dient die Halle auch als Repräsentationsbereich für die Firma KEBA. Zwei Rampenbrücken verbinden Alt- und Neubau in den Obergeschossen, die Halle wurde so geplant dass im Bestandsgebäude keine Arbeitsplätze verloren gehen.

Die Büroflächen sind im 2. und 3. Obergeschoss. Planungsbasis ist das Kombi- Bürokonzept. Die Büroflächen sind in Nutzeinheiten von ca. 300 - 700 m2 gegliedert.
Das Rückgrat der Anlage erfüllt neben der Aufschließung verschiedene Sonderfunktionen (Besprechungen, Präsentationen, Archivierung, Führungsaufgaben, etc. ..).
Die Klimahöfe stellen zusätzliche Räume, dar die als Rekreationsflächen aber auch für gesellschaftliche Veranstaltungen etc. ..verwendet werden können.

Das Angebot an Arbeitsplätzen durch eine Vielfalt von möglichen Arbeitsszenen. (Telekom - Stationen, Gruppenzentren, Konferenzräume, Business - Lounges, Repräsentationsflächen etc...). Die Mitarbeiter werden Teilnehmer eines Netzwerkes, bewegen sich frei in Raum und Zeit und sind durch eine gemeinsame räumliche Infrastruktur verbunden, die allen funktionalen und sozialen Anforderungen gerecht wird.(Bauwelt 21/97 Brehme, Fuchs).

Das Bestreben alle Arbeitsflächen natürlich zu belichten und zu belüften, erfordert eine lange Fassadenabwicklung. Die zweischalige Fassade und die Klimahöfe reduzieren die Außenflächen und die damit verbundenen Wärmeverluste, darüber hinaus verbessern sie das Mikroklima durch passive Solarenergiegewinnung und Verdunstungskälte. Die Temperaturen sinken auch in der kalten Jahreszeit nicht unter Null. Für den Sommer sind außenliegende Rollroste an den Sheds und Jalousiestrukturen an der Fassade vorgesehen. Temperaturgesteuerte Klappfenster sorgen für die effiziente Durchlüftung der Pufferräume und der dahinter liegenden Büroräume. Die Außenflächen der Büroräume sind leichte verglaste Holzkonstruktionen, im Brüstungsbereich und wo erforderlich sind wärmegdämmte Paneele vorgesehen. Aufgrund der Thermopufferwirkung werden die guten bauphysikalichen Qualitäten dieser Bauteile optimiert.

Tragwerk, Gebäudehülle und Gebäudetechnik werden zu einem vernetzten aktiven Gesamtsystem verbunden.

Das neue Gebäude für die KEBA AG ist das Kopfbauwerk des Gewerbeparks Urfahr. Es ist an sehr repräsentativer Stelle gebaut. Wir haben die vorhandene Baufluchtlinie der Peuerbachstraße aufgenommen um die Geschlossenheit der nördlichen Straßenfront zu vollenden. Das Gebäude ist höher als seine Umgebung, entmaterialisiert sich jedoch in den oberen Geschossen. Mit seiner aktiven Gebäudehülle und den vorgesetzten Treppenkaskaden gibt dieses Bauwerk der Reindlstrasse einen neuen urbanen Charakter, geprägt von der "Industrial Ecology" des anbrechenden Informationszeitalters.

 

Grundsätze unserer Haustechnikplanung für Büro und Produktion:

- Thermisch optimierte Hülle spart Heizkosten und Primärenergie.

- Schaffung hoher Behaglichkeit mit optimaler Luft-Hygiene bringt maximale

Arbeitszufriedenheit.

- Hohe Modularität und Flexibilität der Versorgungsstrukturen im Büro fördern

Kreativität und erleichtern Marktanpassungen.

- Unkomplizierte Haustechnik mit einfachen Systemen reduziert Investitions-Betriebs- und Wartungskosten.

- Hi-Tech LON-Steuerung zeigen technischen Fortschritt, know-how und

Flexibilität nach innen und außen und schaffen wichtige "corporate identity".

Dies motiviert Mitarbeiter und macht sie stolz. Einhaltung des "ökonomischen Prinzips" durch energetische Zielvorgaben reduziert Investitions-, Betriebs- und Wartungskosten.

 

Klimahöfe schaffen optimales Mikroklima im Winter durch gepufferte Wärme und kühlere Luft im Sommer durch Kühlung des Pflanzenbewuchses und erhöhten Luftwechsel. Unkomplizierte und einfache Lüftung spart Investitionskosten und Energie sowie Raumhöhe. Nutzung der Produktionsabwärme bei Bedarf zur Vorwärmung der Bürozuluft bzw. Vorwärmung der Garage. Die Doppelfassade schafft Schallschutz. Intelligentes Spitzenmanagement für Kältekompressor, Lüftermotoren, etc. reduziert teuren Spitzenlaststrom. Wärmerückgewinnung aus dem Produktionsprozess wird auch zur Warmwasserbereitung genutzt. Drehzahlgeregelte Lüftermotoren, Wärmekaskaden, Lichtsteuerung, lichtlenkende Beschattung, intelligentes Spitzenmanagement, Wärmerückgewinnungssysteme, Abwärmenutzung aus dem Produktionsprozess auch zur Warmwasserbereitung sparen Primärenergie. Einsatz von lichtlenkender Beschattung für eine optimale Tageslichtnutzung.